Niederdeutsches digitales Textarchiv in Münster vorgestellt

Uni Münster und Uni Bielefeld arbeiten gemeinsam an neuem Projekt

14.01.2009, 13:46 Uhr | Düsseldorf / Westfalen. | Münsterland Runde
Die Förderer des Projektes freuten sich gemeinsam mit den beteiligten Wissenschaftlern über den Start des Niederdeutschen Textarchivs.
Die Förderer des Projektes freuten sich gemeinsam mit den beteiligten Wissenschaftlern über den Start des Niederdeutschen Textarchivs.

Düsseldorf / Westfalen. - In einem Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Münster und Bielefeld entsteht derzeit ein historisches digitales Textarchiv des Niederdeutschen in Westfalen. Das über mehrere Jahre laufende Projekt kostet pro Jahr rund 70 000 Euro, ist für zunächst zwei Jahre finanziert und soll nach etwa sieben Jahren abgeschlossen sein. Ziel der Arbeit ist es, das reiche kulturelle Erbe Westfalens der Wissenschaft und einer interessierten Öffentlichkeit dauerhaft zur Verfügung zu stellen. Neben dem wissenschaftlichen Anspruch steht auch die Stärkung des Bewusstseins für eine westfälische Kulturlandschaft, ihrer Geschichte, ihrer Sprache und ihrer Überlieferung im Vordergrund des Projektes.


Die beteiligten Sprachwissenschaftler Dr. Robert Peters (Münster) und Prof. Dr. Ulrich Seelbach (Bielefeld) stellten ihr Projekt am Montag, den 12. Januar  in Münster vor und bedankten sich vor Journalisten insbesondere bei dem Sprecher der zwölf CDU-Landtagsabgeordneten, Werner Jostmeier aus Dülmen, für die erfolgreiche und engagierte Vermittlung an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die Westfaleninitiative und das Land NRW.
Der Vorsitzende der Kommission für Mundartforschung des LWL, Prof. Jürgen Macha, unterstrich noch einmal die große Bedeutung der Arbeit sowohl für die Region als auch für die Wissenschaft. Weltweiter Zugriff auf einzigartige historische Dokumente wird durch die Digitalisierung möglich. Das Niederdeutsche ist nicht nur in den nördlichen Bundesländern und Westfalen, sondern auch an ungewöhnlichen Orten wie in Südamerika zu finden.

Der Geschäftsführer der Stiftung Westfalen-Initiative, Prof. Klaus Anderbrügge, freute sich ebenfalls über den gelungenen Projektstart. "Selten vergeht zwischen der Idee und der dann möglichen Umsetzung eines Projektes so wenig Zeit wie in diesem Fall", so der Universitätskanzler a.D. Dank der intensiven Vermittlung durch Werner Jostmeier sei von der Landesregierung bereits wenige Wochen nach den ersten Gesprächen das Signal für eine Förderung gekommen. Deshalb beteiligen sich nun auch die Westfalen-Initiative und der LWL an dem Projekt, so dass bereits erste wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt und die nötige räumliche und technische Ausstattung finanziert ist.


Die Erstellung eines vollständigen digitalen Textarchivs des Niederdeutschen wird einige Jahre in Anspruch nehmen. Während sich die Universität Münster vor allem mit dem Verwaltungsschrifttum, Rechtsdokumenten und dem Bereich der Wissensvermittlung beschäftigen wird, sollen an der Universität Bielefeld die geistliche und weltliche Literatur sowie private Schriftstücke im Vordergrund stehen. Der erste Schritt ist jetzt die Digitalisierung von mehreren tausend Urkunden des Mittelalters im Zeitraum zwischen 800 bis 1400 n. Chr.. In den kommenden Wochen wird das Textarchiv bereits über die Internetseiten der Niederdeutschen Abteilung des Instituts für Sprachwissenschaft an der Universität Münster zu finden sein.