02.10.2002

Zweite Spendenübergabe der FU/Borkener Schützenverein spendet für Kindergarten im Hochwassergebiet


Die Spende in Höhe von 4590 €, die vom Borkener Schützenverein St. Johanni für die Flutopfer gesammelt wurde, überbrachte Diana Brömmel im Namen der Schützen nun an einen Kindergarten im Hochwassergebiet.

Angelika Krause, die Leiterin des Kindergartens „Tausendfüßler“ in Kreinitz (Kreis Riesa) berichtete von den Schäden in der Einrichtung. Das Wasser hat im Keller 2,30 m hoch gestanden. Dort befinden sich der Turnraum und die gerade erst modernisierte Küche.
„Als wir ins Haus kamen, schlug uns ein extrem modriger Geruch entgegen“, so Diana Brömmel. Auch die Heizung war völlig zerstört und im Kindergarten hat man sich wochenlang mit Heizstrahlern beholfen. „Der Zustand mit den Heizstrahlern war unhaltbar. Letzte Woche hatten wir nur noch 17 Grad Celsius in den Räumen und das ist für die Kleinkinder nicht mehr vertretbar“, so Angelika Krause, „ich habe aber nicht aufgehört zu stochern und nachzufragen und in der vergangenen Woche wurde nun durch die Gemeindeverwaltung der Einbau einer neuen Heizung veranlasst.“

Von den modernisierten Räumen im Keller war nichts mehr zu sehen, berichtet Brömmel, denn der Putz war von den Wänden abgeschlagen. „Überall standen Trocknungsgeräte, um die Räume auszutrocknen.“

Auch der arg in Mitleidenschaft gezogene Spielplatz, der zugleich auch der einzige in der Gemeinde mit ca. 550 Einwohnern ist, wurde besichtigt. Derzeit sieht er aus wie eine Mondlandschaft. Die Schüler des Gymnasiums wurden von Angelika Krause angesprochen und gebeten, den kontaminierten Sand mit Schaufeln aus dem Sandkasten auszuheben, da die LKW nicht an die Ränder herankamen. „Den Jugendlichen hat die körperliche Arbeit wirklich Spaß gemacht. Sie waren mit vollem Eifer dabei!“ erzählt die Leiterin. „Meine Kindergartenkinder haben ihnen dann Schmalzstullen gemacht und die Schüler waren total begeistert.“

Leider musste man feststellen, dass die Menge Sand zu viel war, um das ohne schweres Gerät auszutauschen. „Nun wird eine ortsansässige Firma beauftragt, alles instand zu setzen.“ Ein Angebot wurde schon eingeholt und diese Firma hat sich auch bereit erklärt, einen Beitrag für den Wiederaufbau zu spenden. Darüber freute sich Angelika Krause und „mit dem Geld aus Borken kommen wir wieder ein Stück weiter.

Frau Krause bedankte sich im Namen der Kinder für die Spende, bei Diana Brömmel für den überbrachten Scheck und lud dazu ein, den Kindergarten später einmal zu besuchen.

Anschließend besuchte die Vorsitzende der FU Raesfeld-Erle die betroffenen Familien, bei denen die FU Ende August schon einmal war, überreichte einen Scheck und konnte sich vom Stand der Aufbauarbeiten überzeugen.

„Leider kann es hier nicht so recht vorangehen, da die Häuser noch nicht trocken sind. Bei den Menschen liegen die Nerven regelrecht blank, “ berichtet Diana Brömmel „die Zeit vergeht und man kann nicht viel tun.“

Auch die Frage der Schadensregulierung ist längst nicht abgeschlossen. Deswegen können die Familien noch nicht entscheiden, was gemacht werden soll, da niemand weiß, wie es bezahlt werden kann.
So ist bei Familie K. nicht geklärt, wie man die Ölverschmutzung aus dem Mauerwerk bekommt.
Frau W. in Röderau freute sich wie alle anderen nicht nur über das Geld, sondern vor allem darüber, dass es Menschen gibt, die an ihrem Schicksal teilhaben und die Flutopfer noch nicht vergessen sind. In ihrem Erdgeschoß liegen Dämmmaterialien und Rigipsplatten, aber auch sie kommt nicht weiter, da die Wände nicht ausgetrocknet sind. Sie bräuchte dringend ein Trocknungsgerät mit Schläuchen, „aber hier sind kaum noch Geräte zu bekommen.“ Der Winter steht vor der Tür – bis jetzt war das Wetter recht mild.

„Am Wochenende waren im Raum Dresden 5 Grad, aber wie geht es weiter, wenn es jetzt kälter wird?“ fragt sich Diana Brömmel, „den Menschen steht die Verzweiflung im Gesicht geschrieben! Wir werden jedenfalls weiter machen und versuchen, den Menschen zu helfen.“

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