Klausurtagung in Lubmin

26.05.2005 | Lubmin | Frauen Union Raesfeld

Nur wenige Tage nach dem Wahlsieg der CDU bei der historischen NRW-Landtagswahl, die der CDU und ihrem Landesvorsitzenden Jürgen Rüttgers nach 39-jähriger SPD-Vorherrschaft den politische Neuanfang ermöglichte, reiste der Raesfelder FU-Vorstand, auf Einladung des ehemaligen Vorstandsmitgliedes Walburga Ramthun in bester Stimmung zur Klausurtagung nach Lubmin.

Die Vorstandsdamen hatten Gelegenheit das stillgelegte und im Rückbau befindliche Kernkraftwerk Greifswald zu besichtigen, eine Druckwasserreaktoranlage mit 8 Blöcken russischer Bauart, unmittelbar gelegen am Greifswalder Bodden.

4 Kernkraftwerksblöcke hatten hier bis zur Wende mit insgesamt 1760 MW elektrischer Leistung ca. 11 % zur Energieversorgung der DDR beigetragen. Der Block 6 befand sich 1989 im Probebetrieb, Block 5 war bereits errichtet und die Blöcke 7 und 8 waren noch im Bau.
Da die Reaktoren nur mit großen technischen und finanziellen Aufwendungen auf die westlichen Sicherheitsstandards hätten umgerüstet werden können, kam es 1990 zur kompletten Abschaltung des Kraftwerkes.

Zurzeit wird die vollständige Demontage und Entsorgung der Reaktorblöcke betrieben. Das am Standort errichtete Zwischenlager Nord dient dabei zur Aufbewahrung der vorhandenen Kernbrennstoffe und zur Zwischen- und Abklinglagerung der beim Rückbau anfallenden radioaktiven Reststoffe. Die Führung durch die 20.000 m2 große, in 8 Lagerbereiche unterteilte Halle war, ebenso wie die Besichtigung des Blockes 6, ein hochinteressantes und beeindruckendes Erlebnis für die Raesfelderinnen.

Der Kreistagspräsident Matthias Lietz und Jürgen Ramthun, bei der Energiewerke Nord GmbH (EWN) verantwortlich für den Bereich „Kaufmännische Verwaltung/Personal“, erläuterten den Damen die Entwicklung des Kreises Ostvorpommern seit der „Wende“ und die Auswirkungen der Standortentwicklung auf die ganze Region.

Mit der Abschaltung der Reaktoren war es zum Verlust von 3600 Arbeitsplätzen gekommen.
Das weltweit größte Projekt zur Demontage von Kernkraftwerken wurde jedoch inzwischen ein wesentlicher Faktor zur Stabilisierung der Wirtschaft in Ostvorpommern.

Auch ist man, zusammen mit anderen Einrichtungen und Interessenvertretern, bestrebt zukunftsträchtige und innovative Unternehmen für den Industrie- und Energiestandort zu gewinnen und somit neue Arbeitsplätze entstehen zu lassen.
Das Kühlwassersystem und die Schaltanlagen bieten ideale Bedingungen für eine zukünftige Energieproduktion, zum Beispiel durch moderne Gaskraftwerke.
Nach der Genehmigung des Bebauungsplanes in Verbindung mit der Fertigstellung des Hafenbeckens sind besonders gute Voraussetzungen für die Ansiedlung von Industrieanlagen gegeben ohne dabei den Tourismus, das zweite Standbein der Region, zu beeinträchtigen.

Bei der anschließenden Kutterfahrt über den Greifswalder Bodden konnten sich die Damen der Frauen-Union gleich davon überzeugen, bei strahlendem Sonnenschein ein ganz besonderes Vergnügen.

Am nächsten Tag stand der Besuch der Insel Rügen auf dem Programm.

Eine Wanderung durch den Nationalpark Jasmund führte zum Königstuhl, eine natürliche Plattform auf einem 117 m hohen Kreidefelsen mit herrlichem Blick über die Ostsee.

Nach einem Besuch in Prora, mit 6 km Länge ein gigantisches Relikt der Nazis, geplant als Ferienstadt und von der DDR als Kaserne genutzt, schloss sich für die Damen eine Strandwanderung zum ehemalige Kaiserbad Binz an. Prachtvolle, liebevoll restaurierte Häuser im Stil der Bäderarchitektur vermitteln hier das Flair der Jahrhundertwende.
Bei all den Eindrücken blieb den Vorstandsmitgliedern doch viel Zeit für eine intensive Diskussion über die Ziele der zukünftigen FU-Arbeit.

Das Thema Kernenergie wird erneut bei der Besichtigung des Brennelement-Zwischenlagers in Ahaus am 01. September 2005 behandelt werden.

Bei der Besichtigung des Transplantationszentrums der Uniklinik Münster am 03. Juni 2005 will man sich, wie bereits im November 2004, mit dem Thema Organtransplantation auseinander setzen. Die „Berufliche Situation von Frauen im Kreis Borken“ wird Thema der anstehenden Mitgliederversammlung am 15. Juni sein.

Die Frauen-Union möchte sich auch mit viel Schwung und Elan im anstehenden Bundestagswahlkampf für die CDU und die Kanzlerkandidatin Angela Merkel einbringen, für mehr Arbeit, mehr Bildung und weniger Staat.