"Den Nordwesten nicht abkoppeln!"

18.11.2006 | Tecklenburg-Brochterbeck | Münsterland Runde

Gemeinsame Erklärung der 22 CDU-Landtagsabgeordneten aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim, dem Münsterland und dem Osnabrücker Land zum Bahn-Fernverkehr in ihren Regionen

Als direkt gewählte CDU-Abgeordnete vertreten wir die Menschen in den Landkreisen Borken, Coesfeld, Emsland, Grafschaft Bentheim, Osnabrück, Steinfurt und Warendorf, sowie in den kreisfreien Städten Münster und Osnabrück in den Landtagen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Unsere benachbarten Regionen, das Emsland und die Grafschaft Bentheim, sowie das Münsterland und das Osnabrücker Land mit den Oberzentren Münster und Osnabrück zählen zu den wachstumsstärksten Regionen in Deutschland. Der "Nordwesten" ist auf dem Weg des Strukturwandels von einem stark landwirtschaftlich geprägten Raum zu einem wachstumsstarken, mittelständisch geprägten Wirtschaftsstandort weit vorangekommen. Für eine weitere positive Entwicklung, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich, ist eine gute Infrastruktur notwendig, auch eine wettbewerbsfähige Anbindung an den Schienenpersonen-fernverkehr.

Menschen und Unternehmen in unseren ländlichen Räumen brauchen nicht nur im Nahverkehr Mobilität, sondern müssen auch im Fernverkehr Anschluss an die wichtigen überregionalen Fernverkehrslinien der Bahn erhalten. Das gilt für die Nord-Süd-Achse zwischen Hamburg bzw. Emden und dem Ruhrgebiet wie auch für die immer wichtiger werdende Ost-West-Verbindung zwischen den Niederlanden und Berlin.

Leider müssen wir feststellen, dass die Deutsche Bahn AG in den vergangenen Jahren ihr Fernverkehrs-Angebot in unseren Regionen trotz steigender Nachfrage spürbar ausgedünnt hat. Das ist nicht länger hinnehmbar!

Unsere Regionen sind geprägt von einer wachstumsstarken mittelständischen Wirtschaftsstruktur. Die Unternehmen dürfen in ihrer Leistungsfähigkeit gegenüber Wettbewerbern in anderen Regionen nicht durch Mobilitätsnachteile ausgebremst werden. Gute Erreichbarkeit ist ein wichtiger Standortfaktor, auch für den Tourismus.

Der direkte Zugang zu den überregionalen Fernverkehrsverbindungen ist auch bedeutsam für die Lebensqualität unserer Städte und Gemeinden, denen entgegen allgemeiner demographischer Trends weiterhin eine Bevölkerungszunahme prognostiziert wird. Als Wohn- und Lebensorte bleiben sie nur attraktiv, wenn die wirtschaftlich wie beruflich immer wichtiger werdende Mobilität auch im Schienenpersonenfernverkehr gewährleistet wird.

Wir fordern von der Deutschen Bahn AG,

  • die Benachteiligung des Raumes Nordwest bei den Takten der Fernverkehrslinien (unter anderem zugunsten der Achse Hannover - Bielefeld - Ruhrgebiet) zu beenden, sowie die Bahnhöfe Münster und Osnabrück fest in das ICE-Liniennetz einzubinden.
  • die Haltepunkte in unseren Regionen (Papenburg, Meppen, Lingen, Bad Bentheim, Rheine, Osnabrück, Münster) auch mittel- und langfristig als Fernverkehrsbahnhöfe zu sichern und entsprechende Investitionen in Gleise, Anlagen und Gebäude zu tätigen.
  • günstigere Umsteigeverbindungen zwischen den IC/EC-Linien Amsterdam - Berlin und Norddeich-Mole - Ruhrgebiet - Süddeutschland zu ermöglichen.
  • die Einrichtung einer stündlichen ICE-Linienverbindung auf der bisher vorwiegend von ICs im Stundentakt bedienten Strecke Hamburg - Osnabrück - Münster - Dortmund - Süddeutschland. Der ICE als "Flaggschiff der Bahn-Flotte" würde die Strecke hinsichtlich der Qualität und des Reisekomforts deutlich aufwerten. Eine ausschließliche ICE-Bedienung wäre der Bedeutung der Verbindung zwischen der Metropolregion Hamburg und dem Ruhrgebiet angemessen.
  • die Mängel in der Infrastruktur auf einigen Streckenabschnitten zwischen Dortmund, Münster, Osnabrück und Bremen zu beheben, um so auf dieser Achse einen möglichst durchgehenden Schnellfahrbetrieb mit einer Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde zu ermöglichen. Hierzu ist die Beseitigung der noch bestehenden höhengleichen Bahnübergänge ebenso erforderlich wie eine durchgängige Ausstattung dieser Strecke mit dem LZB-System. Außerdem muss die Bahn AG endlich den zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Münster und Lünen in Angriff nehmen.



Mitte November dieses Jahres wurde unter Federführung der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen zu Münster eine Initiative von Politik und Wirtschaft für eine Aufwertung der Bahnachse Hamburg - Osnabrück - Münster - Ruhrgebiet gestartet. Wir unterstützen diese Aktion nachdrücklich.

Verkehrswege sind Lebensadern der Regionen. Daher fordern wir die Deutsche Bahn AG auf, unsere Regionen nicht von den wichtigen Fernverkehrslinien in Deutschland abzutrennen, sondern sie fest in ihre ICE/IC/EC-Liniennetze zu integrieren.