„Fatale Einbrüche im Einzelhandel“

08.01.2007 | Gronau Westf. | CDU Stadtverband Gronau

Im Artikel „Fatale Einbrüche im Einzelhandel“ vom 31.12.2006 berichten die WN von Plänen der Wohnbau Westmünsterland in der „Weißen Dame“ einen „Famila“-Markt und unter anderem ein Seniorenpflegeheim unterzubringen. Die Junge Union (JU), die Jugendorganisation der CDU, steht eine Realisierung des vorgestellten Projekts äußerst kritisch gegenüber und lehnt dieses ab.

. Es schmeichelt zwar, dass Gronau in den letzten Jahren durch verschiedenste Maßnahmen so an Attraktivität gewonnen hat, dass Privatinvestoren große Summen investieren wollen. Doch widerstrebt das Projekt in jeglicher Hinsicht dem Konzept der CDU-Fraktion „Zurück zur Mitte“.
Eine Realisierung des Projektes würde enorme negative Effekte für den innerstädtischen Einzelhandel nach sich ziehen. Der Rat der Stadt hat erst im August 2006 einstimmig ein neues Einzelhandels- und Zentrumskonzept beschlossen, um die Gronauer Innenstadt zu stärken und durch gezielte Maßnahmen die Attraktivität nachhaltig zu verbessern. Die JU sieht in diesem Zusammenhang auch die Verwaltung in der Pflicht, dem Investor die Unverträglichkeit seines Projektes mit diesem Konzept deutlich zu machen. Des Weiteren ist auch die Realisierung eines Seniorenpflegeheims in den darüber liegenden Etagen in der „Weißen Dame“ kritisch zu betrachten. Wenn wir richtig informiert sind gibt es im Kreisgebiet einen Überhang an solchen Betreuungsplätzen. Der Kreis seinerseits ist dabei diesen Überhang abzubauen, um die durch etwaigen Zuzug aus den Ballungszentren anfallenden Sozialleistungen nicht tragen zu müssen. Daher verwundert, dass sich der Kreis als Anteilseigner der Westmünsterland Wohnbau, zu diesem Projekt nicht kritisch geäußert hat.
In diesem Kontext möchte die JU zum Nachdenken über unkonventionelle Modelle anregen. Ein Einzelhandelsmarkt in der Größenordnung bis zu. 2500 Quadratmetern (kein Discountmarkt), in Verbindung mit einem Rathausneubau auf dem fast 15.000 Quadratmetern großen Grundstück des jetzigen Rathauses, ist unserer Meinung nach gut vorstellbar und könnte in Form eines „Public-Private-Partnership“ (PPP)-Modells realisiert werden. Hierbei handelt es sich um ein Modell, bei dem privates Kapital und Fachwissen zur Erfüllung staatlicher Aufgaben auf der Grundlage einer langfristigen, vertraglich geregelten Partnerschaft zwischen privatem Investor und der Kommune, eingesetzt wird. Keinesfalls beschränkt sich die Zusammenarbeit dabei nur auf finanzielle Bereiche. Im Gegenteil geht das PPP-Modell in vielen Fällen mit einer Teilprivatisierung von möglichen öffentlichen Aufgaben einher. Grundsätzlich wird angestrebt, dass die Partner ihre jeweiligen Stärken zum gegenseitigen Nutzen optimal einsetzen und verteilen können. In der jüngeren Vergangenheit sind bereits zahlreiche Projekte in deutschen Kommunen und Städten auf diese Art und Weise erfolgreich verwirklicht worden.
Wichtig ist in unseren Augen, dass die Zentren beider Ortsteile nachhaltig gestärkt werden und dass der Grundsatz „Zurück zur Mitte“ dabei Priorität hat.