03.10.2018

CDU Velen-Ramsdorf schockiert über Aus des SportSchlosses Velen

Nachricht überraschte auch die Kommunalpolitiker | Schnelle Hilfe für die Auszubildenden und Beschäftigten gefordert

Velen. Schockiert zeigten sich auch die Kommunalpolitiker der CDU Velen-Ramsdorf. Sie haben nach Aussage vom Fraktionsvorsitzenden Günther Kremer durch eine E-Mail der Bürgermeisterin am Dienstag um 16:30 Uhr über die Schließung des SportSchlosses Velen zum Jahresende erfahren. Zeitgleich kamen auch die ersten Nachrichten über die Ticker von Zeitung und Radio. „Wir hielten die Nachricht erst für einen schlechten Scherz – so unglaublich schien sie. Doch schnell schlug die Verwunderung in eine Art Schockstarre und großer Traurigkeit um“, so Kremer. Eine derartige Nachricht konnte man sich gar nicht vorstellen und deswegen hielt man sie auch für nicht real.

Die ersten Gedanken drehten sich direkt um die 132 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Schicksalsschlag. 20 davon befinden sich aktuell in der Ausbildung. Sie hat die Nachricht am Härtesten getroffen. „Für alle Beschäftigten und Auszubildenden muss es nun eine schnelle Hilfe geben“, fordert Kremer, der gleichzeitig auch Kreishandwerksmeister ist. Sie bangen nicht nur um ihren weiteren beruflichen Werdegang, sondern sorgen sich jetzt insgesamt um ihre finanzielle Zukunft. Dabei beruhigt die Ankündigung der SportSchloss Velen GmbH ihren Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erfüllen nur Etwas. Dennoch: Es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, dass alle Auszubildenden ihre Ausbildung in anderen Betrieben erfolgreich abschließen können. Und auch für die Beschäftigten muss es gelingen, möglichst schnell in der Umgebung neue Anstellungen eingehen zu können. „Erste Betriebe aus der Region haben sich über die sozialen Netzwerke schon als Arbeitgeber angeboten“, merkt Kremer positiv an.

Das Velener Schloss – auch „Märchenschloss des Münsterlandes“ genannt – sei sehr eng verbunden mit den Einwohnern von Velen. Aber auch überregional und deutschlandweit hat es sich in seiner 30-jährigen Geschichte einen Namen gemacht. Mit dem Ort Velen verbindet jeder direkt das Schloss. Beides ist untrennbar miteinander verbunden.

Erste Erwähnungen – damals noch als „Burg Velen“ betitelt – gab es bereits im 13. Jahrhundert. Seitdem hat es eine erlebnisreiche Geschichte hinter sich: Wandlung von der „Burg“ zum „Schloss“ im 15. Jahrhundert, Erweiterung des Schlosses im Jahr 1693, verheerender Brand am 14. April 1931, Unterbringung eines Kriegslazarettes, Lehranstalt für Finanzbeamte, Altersheim und schließlich eine Zollschule bis in die 1980er. Am 1. Juli 1988 nimmt das „SportSchloss“ Velen seinen Betrieb auf. Auch hatte die „Regionale 2016“ ihre Agentur auf dem Gelände. In den letzten 30 Jahren zog das SportSchloss viele Hotelgäste und Touristen an. Durch Konzerte (z. B. 2013 Carmina Burana), Festivals, Schlössertage und nicht zuletzt durch die Besuche von prominenten Gästen. Besonders beliebt sind die Kulisse und die Location bei Hochzeitspaaren aus Nah und Fern. Aber auch der Schlosspark und der Tiergarten zählen bei Sportlern zu den touristischen Highlights der Region.

Somit wirkt sich die Schließung in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten auch auf die gesamte Stadt aus. Besucher des Schlosses kauften in unseren Geschäften ein. Auf Velen wurde man wegen seines SportSchlosses aufmerksam. Hochzeitspaare heirateten im Schloss und feierten in der örtlichen Gastronomie. Überbelegungen des Schlosses wurden mit den Betten der umliegenden Hotels kompensiert. Kegelclubs trafen sich regelmäßig zum Kegelabend im Querbeet. Große Veranstaltungen fanden im Innenhof des Schlosses eine Herberge. Tagungen und Kongresse und nicht zuletzt Veranstaltungen der Stadt Velen – wie zum Beispiel das jährliche Unternehmerforum – fanden in den Räumlichkeiten statt. Für gemütliche Abendessen im Restaurant oder sein reichhaltiges Brunch-Buffet war das Schloss sehr beliebt. Auch auf kommunaler Ebene gab es in den letzten Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit. „Wir sind zum Beispiel sehr stolz auf die gemeinsam ausgerichtete Umgestaltung des Kirchplatz- und Schlossumfeldes“, blickt Kremer zurück. Nicht zu vergessen, auch der alljährliche Zapfenstreich im Innenhof zu Beginn des Schützenfestes.

Selbstverständlich muss man die unternehmenspolitische Entscheidung der Geschäftsleitung akzeptieren. Die Politik kann nur die Rahmenbedingungen für die örtliche Wirtschaft festlegen. „Durch eine aktive und positiv ausgerichtete Wirtschaftsförderung sei dieses in den letzten Jahren geschehen“, so Kremer. Da die Velener – aber auch die Politik – eine ganz starke Identifikation mit dem Schloss haben, muss nach dem Verdauen der Hiobsbotschaft nach Vorn gesehen und nach Konzepten für die Zukunft der Immobilie gesucht werden. Hier sollte auch die Bürgerschaft, z. B. in Form des GiG-Marketing Velen-Ramsdorf e.V., mit einbezogen werden.

Die örtlichen Christdemokraten interessiert natürlich auch besonders, wie sich die Entscheidung für die weiteren Projekte wie z. B. das Senioren- und Pflegezentrum und die Bebauung am Thesingbach auswirken werden. Erste Rückmeldungen geben an, dass diese hiervon unberührt bleiben. Hierzu bedarf es sicherlich in Kürze Gespräche der Stadtverwaltung mit dem Haus Landsberg-Velen.

Nach oben